Der Trick mit dem Chutney

Mango-Chutney

30.06.2016   von Claudia Rezepte Ernährungstipps Gesundheitstipps
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Eine befriedigende Mahlzeit sollte alle sechs Geschmacksrichtungen beinhalten. Das zumindest sagt der Ayurveda. Befriedigend heisst hier, dass du dich nach dem Essen nicht nur satt fühlst sondern auch so etwas wie ein Glücksgefühl eintritt. Eine gute Freundin von mir sagt nach dem Essen dann jeweils: "My belly feels so happy!". Das trifft's ganz genau und das ist auch meine Erfahrung.

Die 6 Geschmacksrichtungen sind folgende (in den Klammern findest du jeweils einige Beispiele für Nahrungsmittel, die die jeweilige Geschmacksrichtung vertreten):

  • süss (Getreide, süsse Gemüse, Pouletfleisch)
  • sauer (Zitrusfrüchte, Essig, Tamarinde)
  • salzig (Steinsalz, Meersalz)
  • scharf (schwarzer Pfeffer, Chili, Ingwer)
  • bitter (Salat, Gartenkräuter, bittere Gemüse
  • zusammenziehend/herb (Gartenkräuter, Schwarztee, Kurkuma)

Damit in einer Mahlzeit all diese Geschmäcker vorhanden sind, wenden die Inder einen kleinen, aber sehr wirkungsvollen Trick an: Sie essen zu ihren Mahlzeiten (die oft aus Linsen, Gemüse und Reis bzw. Fladenbrot bestehen) noch ein Chutney. Das ist eine marmeladenartige Sauce, die zu gleichen Teilen süss, salzig und scharf ist. Viele Chutneys vereinen sogar alle sechs Geschmacksrichtungen – wie zum Beispiel das Mango-Chutney, dessen Rezept du weiter unten findest.

Natürlich wissen nicht nur die Inder, wie eine Mahlzeit schmecken muss, die dich glücklich macht. Schauen wir mal bei den Italienern: Zur Pasta (süss) mit Gemüse (süss und bitter – oder sogar sauer, wenn’s Tomaten sind) gibt’s Salat (bitter und zusammenziehend), der mit Olivenöl (süss und manchmal auch bitter) und Essig (sauer) angemacht wird. Schwarzer Pfeffer (scharf) und Salz fehlen dabei nie und schon ist das Menu komplett. Jeder gute Koch achtet bewusst oder unbewusst auf die Geschmäcker, aber in den meisten Kochkursen wird das leider nicht gelehrt. In AYUH’s Kochworkshops schon!

Hast du Lust auf einen kleinen Selbstversuch? Dann achte während einer Woche einmal pro Tag darauf, dass dein Essen alle sechs Geschmacksrichtungen beinhaltet und – wenn ja – wie du dich jeweils nach dem Essen fühlst. Wenn du dein Essen „rund“ machen möchtest, dann muss das natürlich nicht immer mit einem Chutney sein (passt ja auch nicht wirklich zu allen Mahlzeiten). Probier’s mal mit etwas Limettensaft (wenn sauer fehlt), mit ein paar frischen Kräutern (wenn bitter fehlt) oder mit etwas Kurkuma (wenn der zusammenziehende Geschmack fehlt). Die anderen drei Geschmacksrichtungen sind erfahrungsgemäss in den meisten Mahlzeiten zur Genüge vorhanden.

Für das Mango-Chutney brauchst du folgende Zutaten:

  • 200 g reife Mango (süss)
  • 1/8 Chilischote (scharf)
  • 1 EL Ghee (süss)
  • ¼ TL Kurkumapulver (zusammenziehend)
  • ½ TL Ingwerpulver (scharf)
  • ½ TL Steinsalz (salzig)
  • 1 EL Rohrohrzucker (süss)
  • 1 EL Zitronensaft oder Limettensaft (sauer)
  • Frische Kräuter wie Koriander, Minze, Petersilie, Basilikum (bitter)

Schäle die Mango und schneide sie in Würfel, schneide die Chilischote in feine Streifen und hacke die frischen Kräuter ganz fein.

Miss die Gewürze und den Zucker ab und stelle beides separat in zwei kleinen Schüsseln zur Seite.

Erhitze das Ghee in einem Topf und röste das Kurkumapulver, das Ingwerpulver und die Chilistreifen kurz darin an. Gib dann das Steinsalz, den Rohrohzucker, den Zitronensaft und die Mangowürfel zusammen mit etwas Wasser in den Topf. Koche das Ganze auf und lass das Chutney köcheln, bis die Mangowürfel weich sind und ihre Struktur verlieren.

Zum Schluss mischst du die gehackten Kräuter darunter und schmeckst das Chutney nach Belieben noch mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft ab.

Ich wünsche dir eine erfüllende Mahlzeit!

Claudia

PS: Falls du mehr über die Mango erfahren möchtest, lies meinen letzten Blog Post "Sonne im Glas"! 


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