Superfood Hülsenfrucht

Linsen-Aufstrich

23.08.2016   von Claudia Rezepte Food Facts Gesundheitstipps
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Es ist kein Mythos, dass sich die Gladiatoren im Römischen Reich von Bohnen und Getreide ernährt haben. In mehreren Studien wurde dies anhand von Knochenanalysen nachgewiesen. Zu diesem Zweck haben Archäologen auf einem Gladiatorenfriedhof in Ephesos (das liegt in der heutigen Türkei) die Überreste römischer „Schwertkämpfer“ ausgegraben.

Für ein Revival von Bohne und Co. haben die Vereinten Nationen 2016 zum Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte erklärt. Der Grund hierfür ist, dass in den vergangenen Jahrzenten vergleichsweise wenig Hülsenfrüchte angebaut und verzehrt wurden. Das soll sich wieder ändern, denn Hülsenfrüchte sind (Quelle: ProSpecieRara):

  • gesund
  • vielseitig
  • günstig
  • eine wichtige Quelle für pflanzliches Eiweiss und Aminosäuren
  • Lieferanten einer grossen Menge an Vitaminen und Mineralien
  • Bodenverbesserer, da sie kleine Stickstoff-Fabriken sind und den Boden lockern

In unserem mitteleuropäischen Kulturkreis hat das Fleisch als Proteinlieferant nach den Weltkriegen den Linsen den Rang abgelaufen und noch heute denkt so manch einer, dass Fleisch ein unverzichtbarer Bestandteil ausgewogener Ernährung ist. Wer sich jedoch mit dem Thema Vegetarismus vertieft auseinandergesetzt hat weiss, dass die Kombination von Hülsenfrüchten und Getreide alle 20 existierenden Aminosäuren liefert, die unser Körper für den Aufbau von körpereigenem Eiweiss braucht. In Kulturkreisen, in denen auch heute noch wenig Fleisch gegessen wird – wie etwa in Asien und in Teilen Südamerikas – gehört die Hülsenfrucht zu den Grundnahrungsmitteln und wird immer mit Getreide kombiniert. Der Inder isst Dal mit Chapati und viele Bewohner Südamerikas geniessen fast täglich Bohnen mit Reis oder Fladenbrot.

Für mich ist klar, dass ich in Zukunft in meinem Garten mehr als nur ein Bohnenzelt aufbauen werde und auch ein oder zwei „alten“ Bohnensorten eine Chance gebe. Gegessen werden Hülsenfrüchte in meiner Familie schon lange und mit Enthusiasmus: als Kind gab’s zuhause immer Mamas super leckeren Linseneintopf und seit ich Indien und Südamerika bereist habe, gibt’s mindestens zweimal pro Woche Linsen oder Indianerbohnen.

Da der Sommer sich erfreulich in die Länge zieht, habe diese Woche einen Linsen-Aufstrich zubereitet, den du zusammen mit einem Stück Brot überall unterwegs geniessen kannst. Schmeckt ganz herrlich auf Fladenbrot (Chapati, Pide, Pittabrot, etc.) mit ein paar Gurkenscheiben oder Tomaten.

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Für den Linsen-Aufstrich brauchst du:

  • 1 bis 2 Knoblauchzehen
  • 1 Zwiebel
  • 110 g Rote Linsen
  • 1 EL Ghee
  • 2 TL Curry-Pulver
  • 25 ml Olivenöl
  • 4 EL Sesampaste (Tahini)
  • Saft von ½ Zitrone (oder Limette)
  • Steinsalz
  • Pfeffer
  • Frischer Koriander (nach Belieben)

Schneide den Knoblauch in feine Scheiben. Würfle die Zwiebel. Wasche die Linsen und lass sie danach in einem Sieb ein paar Minuten hängen.

Erhitze das Ghee in einem Topf und schwitze darin den Knoblauch und die Zwiebel an. Gib das Curry-Pulver dazu und röste es unter Rühren für ein paar Momente. Dann kannst du die Linsen ebenfalls in den Topf geben und knapp mit Wasser bedecken. Lass das Ganze zugedeckt etwa 20 Minuten köcheln. Ab und zu solltest du mal umrühren!

Nimm den Topf vom Herd und gib den Linsen Zeit, sich abzukühlen.

In der Zwischenzeit füllst du das Olivenöl, die Sesampaste und den Zitronensaft in ein hohes Gefäss. Sobald die Linsen kalt sind, gibst du sie dazu und pürierst alles zusammen mit einem Stabmixer. Abschmecken kannst du das Mus mit Salz und Pfeffer und wenn du frischen Koriander magst, dann hack ihn ganz fein und rühr ihn ganz zum Schluss unter den Aufstrich.

En Guete!

Claudia


Stichworte

Sommer | Schnelle Küche | Linsen | Hülsenfrüchte | Brotaufstrich | Bohnen |

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